Referenz & Transparenz

Daten & Methodik

Wie ladestandorte.de Daten erhebt, einordnet und berechnet – Leitlinien für Transparenz und wissenschaftliche Zitierfähigkeit.

Grundsatz der Datenarchitektur

ladestandorte.de ist ein unabhängiges Informations- und Datenportal zur öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland. Um Fehlinterpretationen und falsche Generalisierungen auszuschließen, trennt die Plattform strikt zwischen amtlichen Gesamtregisterdaten, redaktionell kuratierten Standortdossiers und mathematischen Modellberechnungen.

1. Registerdaten

Makrozahlen (z. B. Ladepunkte in Großstädten) beruhen auf Open-Data-Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur (BNetzA).

2. Kuratierte Dossiers

Eigenständige Standortdatenblätter (44 Dossiers) mit geprüften Geokoordinaten und technischer Ausstattung.

3. Berechnete Modelle

Ladezeit- und Kostenberechnungen basieren auf offengelegten Formeln und transparenten Modellannahmen.

Abschnitt A: Datenquellen & Primärregister

Alle veröffentlichten Daten werden auf belegbare Primärquellen zurückgeführt. Es werden keine Schätzwerte als behördliche Fakten ausgewiesen.

Bundesnetzagentur (BNetzA)Amtliches Register

Öffentliches Ladesäulenregister gemäß § 5 Ladesäulenverordnung (LSV), bereitgestellt als Open Data unter Creative Commons (CC BY 4.0). Dient als Referenz für bundesweite Registerstatistiken, Betreiberanteile und kommunale Ladeinfrastrukturzahlen.

Verwendung: Makrodaten Städteseiten, Basis-Registerangaben
Offizielle Betreiberinformationen (CPOs)Primärquellen

Verifizierte Pressemitteilungen, technische Datenblätter und offizielle Inbetriebnahmemeldungen der Ladeinfrastrukturbetreiber (z. B. EnBW mobility+, Aral pulse, IONITY, Milence).

Verwendung: Anschlussleistung (kW), Steckerbelegung, CPO-Spezifikationen
Wissenschaftliche Förderprojekte des BundesForschung

Projektberichte und offizielle Veröffentlichungen öffentlich begleiteter Initiativen (z. B. BMDV-Projekt HoLa – Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr, wissenschaftlich begleitet durch Fraunhofer ISI und TU Dortmund).

Verwendung: MCS-Pilotstandorte, Schwerlast-Ladeinfrastruktur
Normungs- & BranchenorganisationenStandards

Internationale Standardisierungsgremien und Verbände (z. B. CharIN e.V. für Spezifikationen des Megawatt Charging Systems, ISO 15118 für Plug & Charge, EU-Verordnung AFIR für Ad-hoc-Bezahlstandards).

Verwendung: Begriffsdefinitionen, Steckertypen, AFIR-Anforderungen

Abschnitt B: Definition eines Standortdossiers

Ein Standortdossier auf ladestandorte.de ist ein eigenständiges, kuratiertes Standortdatenblatt für einen öffentlich zugänglichen Schnellladepark. Jedes Dossier verfügt über eine kanonische URL unter /ladestation/[ort]/[slug].

Wesentliche Abgrenzung (Denominator):

Die Standortdossiers stellen eine redaktionell kuratierte Auswahl von aktuell 44 Standorten dar (insbesondere Fernverkehrs- und Leuchtturm-Ladeparks). Sie bilden keine Vollerhebung aller über 100.000 öffentlich registrierten Ladepunkte in Deutschland ab. Auf Autobahnseiten genannte Dossierzahlen beziehen sich ausschließlich auf die in dieser Auswahl dokumentierten Standorte.

Technische Aufnahmekriterien (isIndexableLocation)

Ein Standort wird nur dann als eigenständiges, indexierbares Dossier geführt, wenn alle folgenden Kriterien im Datenbestand erfüllt sind:

  • Vollständige Geodaten (Straße, PLZ, Ort, Koordinaten lat/lng ≠ 0)
  • Mindestens 50 kW Spitzenleistung (HPC- und Schnellladefokus)
  • Spezifizierte Anschlüsse und Steckertypen (z. B. CCS, CHAdeMO)
  • Eindeutig identifizierbarer Betreiber (CPO mit Profilverknüpfung)

Abschnitt C: Quelldaten vs. Abgeleitete Kennzahlen

Quelldaten (Source Facts)

Angaben, die unmittelbar aus einer dokumentierten Primärquelle stammen:

  • • Standortadresse, Postleitzahl und Ort
  • • Geografische Koordinaten (Breiten- und Längengrad)
  • • Maximale Ladeleistung laut Betreiber oder Typenschild (kW)
  • • Anschlusstypen und Steckerstandards
  • • Betreibergesellschaft (CPO)

Abgeleitete Kennzahlen (Derived Facts)

Von ladestandorte.de reproduzierbar aus Quelldaten berechnete Werte:

  • • HPC-Quote: Anteil der Schnellladepunkte (≥ 150 kW) am Gesamtbestand einer Stadt
  • • Dossier-Zähler: Dynamische Summierung kuratierter Standorte je Autobahn
  • • Geodistanz: Berechnung der Luftlinie zu Nachbarstationen via Haversine-Formel (R = 6.371 km)
  • • Autobahnkorridor-Zuordnung: Trassenseitige Verknüpfung von Rastanlagen

Abschnitt D: MCS- & E-Lkw-Methodik

Das Verzeichnis für das Megawatt Charging System (MCS) erfasst Standorte, die für das Laden schwerer Nutzfahrzeuge ausgerüstet oder vorbereitet sind.

Status: In Betrieb (Operational)

Der Standort ist offiziell eröffnet und speist realen Ladestrom in Nutzfahrzeuge ein (entweder über Megawatt-Kupplung oder Hochleistungs-CCS mit Lkw-Durchfahrtsbuchten).

Status: Im Bau / Geplant (Planned)

Konkrete Ankündigung durch Betreiber oder Förderprojekt mit dokumentiertem Standort, Ladeleistung und Ausbauziel. Keine spekulativen Projekte ohne belastbare Quelle.

Hinweis zum Datenbestand: Aktuell dokumentiert ladestandorte.de 8 Standorte mit E-Lkw-Infrastruktur. Dies stellt die der Redaktion bekannten Pilot- und Förderstandorte dar und keine behördliche Vollerhebung (die Bundesnetzagentur differenziert MCS-Stecker im Register derzeit noch nicht gesondert).

Status-Trennung (locationStatus ≠ mcsStatus): Ein Ladepark kann als Standort für schwere Nutzfahrzeuge mit 400 kW CCS bereits vollständig geöffnet sein (locationStatus: operational), während die Megawatt-Kupplung erst für Phase 2 angekündigt oder in Vorbereitung ist (mcsStatus: planned). Beide Statuswerte werden strikt getrennt geführt.

Leistungsstatistik: Die ausgewiesene MCS-Leistungsstatistik (Bandbreite, Durchschnitt, Median) umfasst ausschließlich Standorte mit operativ freigegebenem MCS (mcsStatus: operational). Unbekannte oder noch unbestätigte MCS-Leistungen werden nicht als 0 kW gewertet, sondern aus der Berechnung ausgeschlossen. Geplante Leistungen fließen nicht in die operative Statistik ein.

Betreiberverteilung & Denominator: Häufigkeiten von Betreibern beziehen sich rein auf den von ladestandorte.de dokumentierten Datensatz und dürfen nicht als bundesweiter Gesamtmarktanteil zitiert werden.

Keine Aggregation uneinheitlicher Steckerfelder: Da Betreiberangaben zwischen Ladebuchten, Durchfahrtsspuren und einzelnen Steckern variieren, aggregiert ladestandorte.de keine uneinheitlichen Stecker- oder Buchtenzahlen.

Redaktionelles Prüfdatum: lastVerifiedAt bezeichnet das Datum der letzten dokumentierten redaktionellen Quellenprüfung durch ladestandorte.de.

Abschnitt E: Berechnungsmodell des Laderechners

Der Ladezeit- und Kostenrechner auf ladestandorte.de stellt eine deterministische Modellrechnung dar. Er unterscheidet strikt zwischen zwei Modi:

1. Theoretischer ModusIdealwert

Berechnet die Ladedauer unter der Annahme konstant anliegender Nennleistung ohne Berücksichtigung von Ladekurvenabfall oder Wandlungsverlusten:

Nettoenergie = Kapazität × (Ziel-SoC − Start-SoC) / 100
Ladedauer [h] = Nettoenergie / Ladeleistung
Kosten = Nettoenergie × Strompreis
2. Praxis-SchätzungStandard

Modelliert den realen Ladevorgang über vereinfachte, transparente Modellannahmen:

Verluste: 6 % bei DC (>22 kW), 12 % bei AC (≤22 kW)
Effektive Leistung = Peak × Ladekurvenfaktor
Ladekurvenfaktor: 0,76 (Standard) bzw. 0,82 (800V-Profil)
Bruttoenergie = Nettoenergie × (1 + Verlust)
Ladedauer [h] = Bruttoenergie / Effektive Leistung

Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind beispielhafte Modellrechnungen. Die tatsächliche Ladedauer und Kosten hängen vom individuellen Fahrzeug, der Akkukonditionierung, der Außentemperatur und den Tarifbedingungen des Betreibers ab.

Abschnitt F: Ressourcenbezogene Zitierweise

Wenn Sie Daten oder Kennzahlen von ladestandorte.de in wissenschaftlichen Publikationen, journalistischen Beiträgen oder Branchenanalysen zitieren, nutzen Sie bitte ressourcenbezogene Zitate:

Beispiel A: MCS-Standortverzeichnis
„ladestandorte.de: MCS- und E-Lkw-Ladestationen in Deutschland. Online verfügbar unter: https://www.ladestandorte.de/mcs/ladestationen [Abgerufen am: TT.MM.JJJJ].“
Beispiel B: Autobahnkorridor
„ladestandorte.de: Schnellladen und Ladeparks an der Autobahn A3. Online verfügbar unter: https://www.ladestandorte.de/autobahnen/a3 [Abgerufen am: TT.MM.JJJJ].“
Quellenangabe & Zitierweise
„ladestandorte.de (Hrsg.). Datenquellen & Methodik zur öffentlichen Ladeinfrastruktur. Verzeichnis öffentlicher Ladeinfrastruktur in Deutschland. Online verfügbar unter: https://www.ladestandorte.de/methodik (Stand: Oktober 2026).“
Redaktionelle Transparenz & DatenherkunftRedaktionelle Prüfung: ladestandorte.de (Methodik & Datenherkunft)
Stand: Referenzmethodik 2026
Register & Primärquellen: Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur (CC BY 4.0), Betreiberangaben führender CPOs und Förderprojekte (HoLa).
Redaktionelle Methodik: Transparente Kriterien für Standortdossiers, deterministische Rechnermodelle und quellengenau belegte MCS-Daten.